Lost In Paris Blues Band – 2016 – Album – Review

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Lost-in-Paris-Blues-Band - Cover (2016)
Lost-in-Paris-Blues-Band - Cover (2016)

Lost In Paris Blues Band – self titled
VÖ: 02.12.2016
Label: earMUSIC
Vertrieb: EDEL
Format: CD, Digital
Websites: http://robbenford.com/http://www.bumblefoot.comhttp://www.paulpersonne.com/

Review / Tonträger / Album © Gerald Langer

(music-on-net) – Denkt man an Frankreich, an Paris, ist der erste Gedanke in Bezug auf dort gepflegte musikalische Genres sicherlich der französische Chanson. Doch bei unseren europäischen Nachbarn hat sich auch eine Blues-Szene etabliert.

Eine der bekanntesten Vertreter dürfte dabei tatsächlich der mittlerweile 66-jährige Paul Personne, der unterschiedliche, in Paris „gestrandete“ Musiker für ganze drei Tage in den Ferber Studios jammen liess, sein.

Mit von der Partie war vom 5. bis 7. November 2015  auch der bekannte US-amerikanische Gitarrist und Sänger Robben Ford, erprobt sowohl als Solo-Künstler als auch ein gern eingeladener früherer Partner zum Beispiel von Miles Davis, George Harrison und Bob Dylan.

Ferner John Jorgenson, der 60-Jährige Amerikaner, der ebenfalls auf eine bewegte Karriere zurückblicken kann, die ihm vom Country-Rock zum Gypsy-Swing führte.

Die heute in Belgien lebende amerikanische Singer-Songwriterin Beverly Jo Scott, die sich in allen möglichen Genres, insbesondere aber im Blues zu Hause fühlt, unterstützte Paul Personne bei einigen Songs stimmlich.

Kaum vorstellbar, dass in der Riege dieser Musiker auch Ron „Bumblefoot“ Thal, Gitarrist bei Guns N’Roses in deren musikalisch eher etwas bedeutungslosen Phase 2006-2015, auftauchte.

Bassist Kevin Reveyrand und Schlagzeuger Francis Arnaud sind international anerkannte Studio- und Live-Musiker.

Der Opener „Downtown“ ist eine Verneigung vor Tom Waits, bei der mir allerdings dessen unnachahmliche und jeden seiner Songs prägende einmalige Stimme etwas fehlt.

Völlig „verlustfrei“ folgt „Fire Down Below“von Bob Seger. Hier kann eben das stimmliche Zusammenspiel von  Paul Personne und Beverly Jo Scott überzeugen.

Vom Blues-Standard „Little Red Rooster“ gibt es bereits zahlreiche Variationen ( zum Beispiel: Howlin‘ Wolf, Rolling Stones), zu der nun eine weitere sehr akzeptable hinzukommt.

Bei „One Good Man“ lässt Beverly Jo Scott stimmlich die Bluesröhre Janis Joplin wieder auferstehen. Fantastisches Gitarrenspiel von Paul Personne und Robben Ford mit Multiinstrumentalist John Jorgenson an der Orgel.

„It’s All Over Now“ hat in der Version der „Lost In Paris Blues Band“ mehr musikalische Finesse als die etwas trockenere, dafür umso rockigere, Interpretation der jungen Rolling Stones.

Die Vocals bei „Trouble No More“ erinnern stellenweise an Jim Morrison und suggerieren einen vergessenen Auftritt der Doors.

„Watching The River Flow“ ist dem Original von Bob Dylan instrumental überlegen. Paul Personne kann im Gegensatz zum Nobelpreisträger singen, so dass die spontan zusammengestellte Lost In Paris Blues Band hier eine sehr eigenständige Variante dieses 1971er Songs entwickeln kann.

Auch die anderen, hier nicht besprochenen, Songs des Albums sind von erstaunlich hoher Qualität, so dass, bei aller Spontaneität dieses Unternehmens an sich, hier weit mehr als nur ein weiteres Album des nicht nur von mir ohnehin geschätzten Robben Ford entstanden ist.

Allerdings ist momentan nicht zu erwarten, dass diese Formation auf Tour gehen wird. Eigentlich sehr schade!

© Gerald Langer


Tracklist

01. Downtown (written by Tom Waits)
02. Fire Down Below (written by Bob Seger)
03. Little Red Rooster (written by Willie Dixon)
04. I Don’t Need No Doctor (written by Nick Ashford, Valerie Simpson, Jo Armstead)
05. One Good Man (written by Janis Joplin)
06. Tell Me (written by Howlin’ Wolf)
07. You’re Killing My Love (written by Mike Bloomfield, Nick Gravenites)
08. It’s All Over Now (written by Bobby & Shirley Womack)
09. Trouble No More (written by Muddy Waters)
10. Evil Gal Blues (written by Leonard Feather, Lionel Hampton)
11. I Can’t Hold Out (written by Elmore James)
12. Watching The River Flow (written by Bob Dylan)
13. Driftin’ Blues (Acoustic Version) (written by Johnny Moore, Charles Brown, Eddie Williams)


Meine Anspieltipps – fett


Line-Up

Robben Ford – guitar
Paul Personne – guitar
Ron „Bumblefoot“ Thal – guitar
John Jorgensen –  guitar, organ
Beverly Jo Scott – vocals
Kevin Reveyrand – bass
Francis Arnaud – drums, percussion


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